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Intrapolis. Die Stiftung arbeitet zur Zeit an einem Werkkatalog. Hier zeigen wir einige Auszüge.

Ein Projekt, das weltweiten Bekanntheitsgrad errang, ist die INTRAPOLIS, die Walter Jonas Ende der 50er Jahre erfand. Der Hintergrund: Jonas erlebte in Nord- und Südamerika die traurigen und lebensfeindlichen Vorstädte, die sich wie krebsartige Geschüre zu unüberschaubaren, unstrukturierten und lebensfeindlichen Slums mit ihrer ökologischen, sozialen und kulturellen Problematik entwickelten. Gibt es denn keine moderne Lebensform, die menschenwürdig ist? fragte sich Jonas. Aus dieser Beschäftigung ist die Idee der menschenwürdigen Trichterstadt - die Intrapolis - entstanden.



Das 1. Modell der "Trichterstadt", wie Walter Jonas die Intrapolis zu Beginn nannte.

 

Das Modell, um 1960 von Walter Jonas gestaltet, zeigt schon deutlich die Idee der "Intraversion", um möglichst viel Lichteintrahlung bei vergleichsweise wenig Grundfläche zu erhalten.



Um die Sonneneinstrahlung zu testen, bastelt Jonas Kartontrichter und simuliert die Sonneneinstrahlung.



Jonas zeichnet und malt und ist beflügelt von der Idee, eine neue urbane Siedlungsform zu entwickeln.

   


Die neuen Städte sollen freundlich und menschengerecht sein. Dazu wird auch Farbe eingesetzt.

 

Mitte der 60er Jahre entstehen erste professionell ausgeführte Modelle. Ein Team von Ingenieuren und Architekten berät Walter Jonas.



Der Innenhof, der Patio, übernimmt die Aufgabe des Dorfplatzes, der Piazza. Hier solle die Begegnung, der Austausch möglich werden.



Eine Einheit soll Wohnraum für rund 2000 Bewohner anbieten.

     


Die oberste Ringfläche ist bewusst breit gestaltet. Hier lässt sich flanieren und - gefahrlos - spazieren. Zudem verbindet diese Ebene die verschiedenen Intrapolis-Units miteinander.
 

Das Modell aus der Vogelschau. Verschiedene Intrapolis-Units verbinden sich zu Quartieren und diese bilden die Intrapolis-Stadt.



Auch schwimmende Intrapolis-Units sind denkbar - vor allem für Gegenden mit Mangel an Baugrund.



Schon Ende der 60er Jahre begeisterte diese schwimmende Stadt japanische Urbanisten.

   


Eine Modell, das für die deutsche Bundesregierung Mitte der 70er Jahre gebaut wurde. Damals gab es Pläne, im Ruhrgebiet eine Intrapolis-Siedlung zu erstellen.
 

Die von Fachleuten durchgerechnete Struktur, die auch Erdbeben und Orkanen standhält, erweist sich als eine Form von hohem ästhetischem Reiz. 



Der Schnitt durch die Intrapolis zeigt, wie die Verankerung im Boden gedacht ist. Damit wird Raum gewonnen für ein Raumprogramm, das intrastrukturelle Ressourcen und Dienstleistungen beherbergt (Wasser, Energie, Spitäler etc.).



Die künstlerische Vision der Intrapolis hat Künstler, Urbanisten, Architekten, Ingenieure aus allen Erdteilen beeindruckt. 1965 enstand die G.I.A.P. - die Groupe Internationale de l'Architecture Prospective mit Sitz in Paris. Gründungsmitglied ist auch Walter Jonas.

     


Die Vision der Intrapolis wird in Frankreich, Deutschland, Kanada, Japan ausgestellt.
 

Das deutsche Architekturmuseum in Frankfurt erwirbt ein Modell der Intrapolis.



An der Weltausstellung in Montreal wird der kanadische Pavillon in Form einer - einfachen - Intrapolis gestaltet.



Ohne Zweifel trägt die Expo Montreal dazu bei, die Idee einer gegen den Himmel sich öffnenden urbanen Form bekannt zu machen.

   


Walter Jonas, der Maler und Zeichner, erläutert in Vorträgen, Fernsehsendungen, Diskussionen die philosophischen, urbanistischen, ökologischen und sozialen Grundgedanken.
 

Walter Jonas wird zunehmend vorgeworfen, er vernachlässige seine malerische Begabung und engagiere sich allzu sehr für ein Gebiet, das er nie erlernt habe. Jonas verweist auf  Le Cormusier, der ebenfalls nie Architektur studiert hat.



Zum engen Beraterteam von Walter Jonas gehörte in den 60er und 70er Jahren Alftred E.Urfer, Peter Matt, Michel Ragon.



Diese Fachleute erarbeiteten die planerischen Grundlagen, um die Vision zur Baureife zu bringen.

     


Walter Jonas beim Zeichnen einer Intrapolis-Variante.
 

"ArchiSulptur - Dialoge zwischen Architektur und Plastik vom 18. Jahrhundert bis heute" hiess eine viel besuchte Ausstellung in der Fondation BEYELER, die vom 3.Oktober 2004 bis zum 30. Januar 2005 stattfand.



Das Deutsche Architektur Museum (Frankfurt am Main) besitzt ein Modell der Trichterstadt und stellte es der Fondation Beyeler für die Ausstellung zur Verfügung.



Das Museo Guggenheim Bilbao (Spanien) zeigte vom 28. Oktober 2005 bis zum 26. Februar 2006 die Ausstellung "ArquiEscultura - Diálogos entre la arquitectura y la escultura desde el siglo XVIII hasta el presente". Auch in dieser Ausstellung ist die Intrapolis thematisiert worden.